Hagen

Jugendforum Hagen

Stimmen:

„Für mich stand das Thema Bildung heute klar im Vordergrund. Natürlich interessieren mich der Doppeljahrgang und die damit verbundenen Probleme besonders, weil ich zu den Betroffenen gehöre.“
Laura, 19

„Mir hat das Forum wirklich gut gefallen, hier hatte man das Gefühl auch wirklich gehört zu werden. Auch gut gefallen hat mir, dass wir im Anschluss an das Forum unsere Forderungen direkt an die Politiker bringen konnten“
Nils, 19

„Die Hagener Jugendlichen schienen zurückhaltender zu sein, als ich gedacht habe, ich hab wirklich mit mehr Resonanz gerechnet.“
Lisa, 20

Politik zum Anfassen

Beim Jugendforum Hagen stellten sich Politikerinnen und Politiker den konkreten Fragen der Jugendlichen

„Was kotzt dich richtig an, was nervt total? Jetzt könnt ihr eine Runde richtig meckern!“, ermuntert Bildungsreferent Uwe Grabowski die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendforums und verteilt bunte Klebezettel. In der ersten Runde des Workshops „Frische Ideen für Hagen“ darf dem Ärger erst mal Luft gemacht werden.

Raum dazu finden die Jugendlichen im Hagener Kulturzentrum „Kultopia“ im Rahmen eines Jugendforums für politische Beteiligung. Sie sollen frei äußern, was ihnen in ihrer Stadt alles nicht passt. Oberbegriffe sind Bildung, Freizeitgestaltung und Ehrenamt. Parallel zu den Diskussionen des Jugendforums fand deutschlandweit die U18-Wahl statt. Auch im „Kultopia“ stand für alle wahlwilligen Teenager eine Urne bereit.

In der zweiten Runde des Jugendforums durfte dann richtig losgeträumt werden: Wie würden die Jugendlichen in einer utopischen Welt Lösungen für ihre Kritikpunkte finden? So würden etwa Tina (20) und Laura (19) am liebsten alle Zulassungsbeschränkungen an Universitäten aufheben. Beide haben in diesem Jahr ihr Abitur gemacht, aber aufgrund der verstärkten Zulassungsbeschränkungen im Doppeljahrgang keinen Studienplatz bekommen.

In der dritten Runde kommen diese Traumvorstellungen dann auf den Prüfstein der Realität. Wie sollen die Studierendenzahlen denn ohne Numerus Klausus und Co. reguliert werden? Diese und andere Fragen versuchte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in angeregten Diskussionen zu lösen.

„Da ist ja ordentlich was zusammen gekommen. Wir hatten zwar mit mehr Jugendlichen gerechnet, aber durch die kleine Gruppengröße kam es im Endeffekt zu richtig guten Diskussionen“, bilanziert Uwe vom Jugendring Hagen.

Viel Stress um die Studienplätze: Ist Australien die einzige Lösung?

Ihre Ergebnisse haben die Jugendlichen zu konkreten Forderungen zusammengefasst und auf  wolkenförmige Plakate geschrieben. Reine Luftschlösser sollen die Ideen jedoch nicht bleiben. Im Anschluss an ihre Debatten besuchten die Jugendlichen eine Podiumsdiskussion mit Hagener Bundestagskandidatinnen und -kandidaten. Nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde und ein bisschen Werbung in eigener Sache ist es den Jugendlichen genug. „Es ist ja schön, dass sie uns erzählen, wie sie in den 80ern zur Politik gekommen sind, aber uns interessiert viel mehr, was sie aktuell für uns machen können“, sagt Laura mutig. Als Dankeschön dafür darf sie dann mit auf die Bühne und ihrem Ärger freien Lauf lassen: „Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich alleine fünfzehn Leute, die nach dem Abi nach Australien gegangen sind, weil sie durch den Doppeljahrgang kaum Chancen auf einen Studienplatz hatten“, sagt sie. Aber was macht man, wenn man nicht direkt auswandern will?

Konkrete Veränderungsvorschläge zu ihrem Studienfrust gibt es an diesem Abend zwar nicht, aber eine Menge Verständnis. „Ich habe selbst mein Studium abgebrochen und weiß, wie es sich anfühlt, wenn man auf einmal keinen Plan mehr hat, was man eigentlich machen soll“, sagt Maja Tiegs von den Piraten.

„Ich habe jetzt viel eher das Gefühl, dass sich Politiker auch wirklich für uns interessieren und dass man mit politischem Engagement vielleicht wirklich was bewegen kann“, findet Laura. Sie hat sich vorgenommen, sich die Jugendorganisationen der Parteien in Hagen mal genauer anzuschauen. Vielleicht ist ja auch etwas für sie dabei. 

Video:

Bilder:

Aus Hagen berichteten:
Esther Merkelt und Judith Merkelt

TERMIN JUGENDFORUM

13. September 2013

ORT

Kultopia Hagen
Konkordiastr. 23-25
58095 Hagen

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Veranstalter

Jugendring Hagen e.V.
Dödterstr. 10
58095 Hagen
Ansprechpartner: Uwe Grabowski
Tel.: 02331-3492025
-> E-Mail senden

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